Samstag, 24. November 2012

Ökologie

Hegel unterschied zwischen extraktiver Wirtschaft der Jäger und Sammler und des Ackerbaus. Letzteres entwickelte sich durch die revolutionäre Umwandlung der Natur als Gut in ein Mittel. Meine Idee hierbei war es, dem Jäger und Sammlertum eine Natur als fertiges Produkt zuzuweisen, und den Nomaden eine Natur als roher Arbeitsgegenstand gegenüberzustellen. Im Zuge der neolithischen Revolution wird dem Ackerbauern die Natur zum Mittel, und da das Mittel heiliger als der Zweck (Rohling, Produkt) ist, benötigt das Mittel zu seiner beständigen Wirkungserhaltung dauerhafte Pflege und Wartung. Für Vorgeschichtler ist die Natur immer fertig produziert, für Nomaden, den Gegengeschichtlern, welche sich abweidend verhalten, ein Arbeitsrohling, welcher durch die Herde bis zur vollkommenden Verwüstung der Aufbrauchung anheimfällt. Heutzutage wird leider Nomadismus und Jäger-Sammlertum vermischt und verwechselt. Beides ist jedoch klar zu trennen, zumal Jäger und Sammler keine Viehherden besitzen. Der Ackerboden und die Natur im Allgemeinen ist das Mittel, und da dieses wie jedes Mittel in der gegenseitigen Wechselwirkung mit dem Arbeitsgegenstand verschleißt, bedarf es einer besonderen Pflege des Biosphärenhaushaltes - der Ökologie. Die Bioökologie und der Umweltschutz ist somit die allgemeine Arbeitsmittelherstellung und Wartung der geschichtlichen Ackerbaugesellschaften. Wenn die organischen Mittel des Menschen seinem Selbstzweck als Geist dienen, so gilt dies ebenso für alle biologischen Systeme. Da die Ackerbaukultur das Wesen der Natur als Mittel erkannte, ist auch die Erkenntnis der Natur als Selbstzweck, und somit als geistiges Wesen, nicht weit. Um nun die offensichtlich leidensfähigen Wesen - die Tiere mit ihren Lautäußerungen, Mimiken und Verhaltensweisen - zu schützen, verzichtet der geneigte Bioökologe als Vegetarier auf den Verzehr der geistigen Biomaschinen. Hier kann aber eingewendet werden, daß eben selbst die viel gerühmte freie Natur ein Fressen und Gefressenwerden kennt, über keine Moralität verfügt, oder den Nachwuchs fremder Gene vernichtet. Für den Menschen legetimiert sich bei artgerechter Haltung der Fleischverzehr, vorausgesetzt daß die Tiere eine freie Wildbahn simuliert bekommen, und schmerzlos geschlachtet statt geschächtet werden. Erst der Veganismus streicht konsequent auch das Produkt der Tierhaltung von seinen Speiseplan. Wo fängt Geist an und hört auf? Wie muß ein Hirn, bzw. Schaltzentrale bei Pflanzen geschaffen sein, wo ist ihr Sitz und wie lebendig ist der Geist vegetablischer Biomaschinen? Eine Antwort weiß der Frutarier, und verzichtet auf alles, was das Pflänzchen beschädigen könnte, und verlagert seine Essgewohnheiten auf die Produkte der Pflanze. Dies wäre dann nur noch durch eine rein chemische Ernährung, durch Wasser, Vitamin und Nährstoffpräparate zu überbieten. Alternativ böte sich die künstliche Laborherstellung von Pflanzen und Tiergeweben ohne den Umweg einer leidenen Tierseele an. Viele Entdeckungen und Erfindungen könnten in erheblichen Maße Heimat und Umwelt, sowie Arten und einzelne Organismen schützen. Dem gegenüber steht die kapitalistische Wirklichkeit, eine Profitmaximierung ohne Rücksicht auf Natur, Arbeiterfamilien,Völker, kommende Generationen, Arten und Tierseelen durchzupeitschen. Hinzu kommt die durch globalen Freihandel weltweite Verbreitung von Krankheiten und Seuchen, sowie die Seuche der Bioinvasion, bzw. die von Umweltschützern bedauerte Verdrängung heimischer Arten durch aggressive Fremdorganismen. Hat das zinsfressende Kapitalmonster erst funktionierende Volkswirtschaften zerstört, wird das zurückgelassene ehemalige Humankapital - welches nun selbstständig und ebenso Kapitalist ist - zur Zerstörung und Verwüstung der eigenen Heimat genötigt, weil allein Ethik und Moral zur Stillung ihres Hungers nicht in der Lage ist. Hier empfiehlt sich statt Kapitalismus und Freihandelsseuche die Herstellung eines Mittelstandes, bzw. Arbeiter im Stande ihrer Arbeitsmittel, und Eigenwirtschaft statt Marktwirtschaft. Wie schnell könnte ohne Kapitalhörige Demokratenparteinen zudem ein Federstrich für artgerechte Tierhaltung und wiederverwendbare Verpackungen sorgen. Gehört die Natur konkreten Personen und Völkern, so impliziert die Freiheit auch die Verantwortung für das wichtigste aller Werkzeuge, daß Nomaden und Finanznomaden nicht als Mittel, sondern Rohstoff ansehen, und es Zinsfressend durch Kapitalherden abweiden. Ihr einziger Beitrag zum Umweltschutz besteht in Angsterzeugungskampagnen (Waldsterben, Ozonloch, Klimaerwärmung) und dem Verkauf und Handel von Verschmutzungsberechtigungen.