Samstag, 2. Oktober 2010

Gottesstaaten


Eine Einteilung der Staatenverhältnisse gemäß Hegels Einteilung der Weltgeschichte bedarf der Begriffsübersetzung von Produktionsmittel in Staatsgewalt, Immobilien in Staatsgebiet und Arbeitskraft in Staatsvolk. Die Weltgeschichte beginnt in Asien, wo einer frei und der Rest unfrei ist. In der Antike sind mehrere frei und in Germanien alle frei. Frei heißt einmal Innerlich keine Ware bzw. Sklave zu sein, und Äußerlich in Besitz und Eigentum von Produktionsmitteln und Grund-Boden (Immobilen) zu haben. Der Freie ohne Produktionsmittel und Immobilien muß seine Arbeitskraft an einen Eigentümer jener Elemente vermieten. In der Antiken Gesellschaftsform gibt es mehrere private Kapitalisten, bzw. Arbeitsmittel und Immobilieneigentümer, und in der Asiatischen Gesellschaftsform ist nur der eine Staat Eigentümer. Bei den Asiaten ist daher jeder Private ohne Arbeitsmittel und Boden, was nun aber dazu führt, daß nun die asiatische Welt Völker ohne Staaten beinhalten müßte, und die Staatsgewalten Eigentum eines höheren Superstaates sein müßten. Dieser Superstaat kann daher nichts anderes sein, als der theokratische Gottesstaat, weil Gott das Höhere der Staaten ist, bzw. die Weltgeschichte der Staaten und Völker die Selbsterkennungsgewinnung des göttlichen Geistes ist, in dem er sein Sein und Wesen, das ist hier die Freiheit, zu seinen Bewußtsein kommt.

Als Gottesstaaten kennt man das Arabische Kalifat, China, Japan, Taliban und Israeliten. Bedenkt man das auch Atheismus Religion ist, genauer die Minusreligion, dann kann auch gerne die Sowjetunion hinzugezählt werden. Die Gottestaaten zeichnen sich besonders durch eine negierte Bedeutung von natürlichen Gemeinschaften aus, welche in ihren künstlichen Gemeinschaften austauschbar sind. Dem Kalifat interessiert es nicht ob es in Arabien, Irak, oder Mittelamerika liegt, und wenn, dann ist die natürliche Gemeinschaft in den Grenzen eines Gottesstaates ein Produkt des Zufalls.  Da die Welt der Staaten in den Händen Gottes liegt, so liegt das geographische Sollen des Gottesstaates in der Weltherrschaft. Dieses Ideal ist zwar nie erreicht, wäre aber die logische Konsequenz des Gottesstaatlichen Begriffes, welcher auf alleiniger Gültigkeit seines religiösen – kulturellen Ideals pocht. Das Eigentum der politischen Handlungsmittel ist den Staaten entzogen und zum Eigentum Gottes überschrieben, was quasi hier bedeutet, daß es in ihnen nicht mal mehr nur die Privatbürger Mittellos dastehen, sondern auch der weltliche Herrscher nur Vogt und Treuhänder in Geschäftsführung des Göttlichen Privateigentums ist. Der Gottesstaat ist somit kein Staat im herkömmlichen Sinn, sondern Verwaltungsorganisation des Allmächtigen. Gott, als Superkaiser des, wenn möglich, globalen Gottesstaates ist Allmächtig und ein vom Menschen getrenntes Wesen. Hierbei ist es noch gleich, ob er als naturaler Funktionsgott, mythische Götterwelt oder schon Geist gesehen wird. Die bestehende Tatsache, das sich der Gottesstaat nur denken läßt, da der Mensch aus Furcht sich dem Allmächtigen unterwirft, zeigt das eine essentielle Kluft zwischen Mensch und Gott, bzw. Natur und Gott besteht, denn dieser Gott fordert unter Androhung von Gewalt und Strafe, die Einhaltung seiner Gesetze. Dies Gesetz ist die Gleichheit aller Individuen und Gemeinschaften, was nun aber auch ihre gleichgültige Austauschbarkeit untereinander ausmacht. Individuum und Gemeinschaft hat in dieser allgemeinen Substanz keinen Wert, wodurch langsam im geschichtlichen Prozeß das Bewußtsein aufkommt, daß das Eigentum Gottes gar nicht anerkannt ist, da Einzelmenschen und Gemeinschaften, welche ohne Handlungsmittel unfrei und entmündigt sind, keine Rechtskräftige Befähigung zur Anerkennung Gottes haben. In sofern fehlt es an der freien Anerkennungshandlung, aber Vermöge des knechtischen Bewußtseins, weiß der Mensch sich als wichtiges wertvolles Mittel Gottes, von dem vielmehr der HERR abhängig ist, also der Knecht der eigentliche Herr in diesem Verhältnis ist, und sich auf dieser Grundlage zur Aneignung von Rechten aufmacht.

Die antike Welt kennt das Privateigentum von Produktionsmitteln und Boden, und emanzipiert sich von der asiatischen Tempelwirtschaft. Das Wesentliche Hierbei ist jedoch die Tatsache, daß dies Privileg nur einem kleinen Teil der Bevölkerung zukommt. Der Rest ist entweder Eigentum der Sklavenhalter oder aber sie vermieten ihre Arbeitskraft, der einzig ihnen verbliebene Produktionsfaktor, an die Eigentümer von Arbeitsmitteln und Böden. Ähnlichkeiten finden sich abermals in der Staatenwelt. Gemeinschaften, wie Dorfsippen, Gaue, Stämme und Völker werden nun Herr ihrer selbst durch ihren eigenen Staat, andere Gemeinschaften jedoch gehen leer aus, und finden sich als eroberte Provinz fremder Herrscher wieder. Die Staatsmacht, das Handlungsmittel der Gemeinschaft ist knapp in der Welt, und in der Hand der imperialistischen Staaten von Gemeinschaften, welche ihre Grenze weit über den Heimatboden anderer Gemeinschaften ausdehnten. In diesen Vielvölkerstaat sind die Unterworfenen im Verhältnis zum Unterwerfervolk austauschbar. Wir kennen Imperien als mesopotamische Dorfimperien, zu denen auch Rom gezählt werden darf, sowie Stammesimperien wie Frankenreich oder Mazedonien unter Alexander den Großen. Letzterer besiegte mit Persien auch die asiatische Welt, begann sich aber alsbald wie ein Asiat zu benehmen und sich als Despot und Gottkönig zu verehren, und demonstrierte die Austauschbarkeit der Gemeinschaften durch die Massenhochzeit von Susa zwischen den Griechen und Persern.

Trotz Alexanders Benehmen und seiner brutalen Vorgehensweise ist zu Bedenken, daß moralische Betrachtungsmaßstäbe im Verhältnis zum Fortschritt der Weltgeschichte unerheblich sind.

 Für die Asiaten war das Gottkönigtum zumindest Vermenschlichung und Verweltlichung des Gottesstaates. Augustus machte dies Alexander nach, wohl auch im Hinblick darauf, bereits die Welt zu beherrschen. Mit Kaiser (Cäsar) Konstantins Bekehrung zum Christentum ward das römische Reich zum Stellvertreter Gottes auf Erden. Das Amt des Oberpriesters (Pontifex Maximus) ging mit diesen Schritt vom Kaiser auf den Bischof von Rom über, und so verstand sich der Papst auch nach dem Ende des Weströmischen Reiches als Stellvertretung Gottes im Sinne eines asiatischen Gottesstaates.

Währenddessen entstanden in Germanien aus den zur Hermannschlacht bekannten Gauen durch gegenseitige Anerkennung als Rechtssubjekte politische Stämme, welche das weströmische Reich bezwangen. Die gegenseitige Anerkennung der Stämme führt im 10 Jahrhundert zur Entstehung eines Volksstaates, bzw. in dem mehrere Stämme einen Stamm anerkennen, ist der eine allgemein anerkannte Stamm der volksbildende Stamm neben den volkszugehörigen Stämmen. Nach dem Ende des Ostfränkischen Reiches hätten sich viele deutsche Stämme selbstständig machen können, jedoch gelang durch die allgemeine Anerkennung der Sachsen die Bildung eines deutschen Königreiches, wobei der Sächsische Herzog nun Deutscher König wurde. Die Anerkennung mehrere Königreiche durch ein allgemein anerkanntes Königreich erhöht den allgemein anerkannten König zum Kaiser und den allgemein anerkannten Volksstaat zum Reich. In Germanien haben Idealerweise Gemeinschaften und Individuen Eigentum an Handlungs- und Produktionsmittel, und realisieren so das Wesen des Geistes, die Freiheit.

In dem König Karl 800 das Fränkische Imperium zum Nachfolger des Römischen Reiches durch seine Krönung vom Papst zum Kaiser ernannte, um so zum Willensvollstrecker Gottes auf Erden zu werden, unterwarf er sich den Papst, wodurch nun auf der einen Seite Papst und auf der Anderen der Kaiser, beide die Stellvertretung Gottes auf der Erde ausübten, bzw. konkurrierte der heilige Vater mit dem Heiligen Reich. 1530 konnte das Heilige Römische Reich des Deutschen Volkes das Germanische Prinzip vollends durchsetzen, und ließ ein letztes mal eine Kaiserkrönung durch den Papst durchführen.

Ostrom, das Byzantinische Reich machte unterdessen den nachweislich später wiederholten Fehler, und warb um Gastarbeiter aus asiatischen Turkvölkern. Jene kamen gerne mit Familie und Volk nach Kleinasien und zerstörten schrittweise das Byzantinische Reich. Deren heilige orthodoxe Kaiserkrone kannte keinen Papst – Kaiser Gegensatz, und wanderte über Serbien und Bulgarien nach Rußland. Das islamische Osmanenreich bedrohte das germanische Europa und ward in den Schlachten um Wien zurückgeworfen. Ein weiterer Gottesstaat entstand 1917 auf russischen Gebiet durch die Errichtung der Sowjetunion. Gottesstaat deswegen, weil es eine atheistische Religion installierte, und deren Gottesstaat sich als Eigentümer aller Produktionsmittel auftat, sowie den Anspruch vertrat, seine Lehre global durchzusetzen.

Vom 19.Jahrhundet bis zum ersten Weltkrieg, so sagt man, wäre eine Zeit der Nationalstaaten gewesen. Richtig ist, es war die  Zeit der großen Staatsnationen, bzw. globaler Imperialstaaten, in denen ein Volk, ganz nach dem Antiken Prinzip, über andere Völker herrschte, oder Im Falle Deutschlands, aus mehreren Staaten bestand. Aber neben der Herrschaft der Mutterländer über die Kolonien waren selbst die Mutterländer Vielvölkerstaaten, in welchen eine Kultur die kleinen anderen Kulturen stückweise beiseite schob und ihr Volkstum ins Vergessen verdrängte. Schotten, Waliser, Basken, Katalanen, Burgunder, Norditaliener der Poebene, Samen, Wepsen, Kurden, usw. harren ihrer Wiederauferstehung.

Im Westen entstanden mit Florenz und Venedig antike Imperialstaaten. Portugal und Spanien unterwarfen Amerika, Frankreich und Großbritannien den Rest der Welt, bis sich 1945 die USA als alleiniger Westimperialist durchsetzte.
Da aber fast alle Staaten derzeit bei privaten Banken verschuldet sind, ist ihre Souveränität bloß gemietet, bzw. befinden sich deren Staatsmächte und Exekutiven viel mehr in den Händen der privaten Kreditgeber. Früher, zu Zeiten von Fichte und Marx dachte man noch diese seinen ein Staat im Staate, sind aber zutreffender der Staat aller Staaten, und Aufgrund der asiatischen Herkunft ein globaler Gottesstaat.

Eine weitere Möglichkeit zur Identifizierung von souveränen Staaten bietet die Hoheit über Atomwaffen. Derzeit verfügen nur China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Israel, Nordkorea, Pakistan, Rußland, USA über Atomwaffen. Souveräne Staaten zeichnen sich übrigens durch ihr Recht und Pflicht zu Krieg und Frieden auf. Staaten fragen nicht ob sie Krieg führen dürfen, sondern tun dies im Fall der Notwendigkeit.

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