Freitag, 1. Juli 2011

Geschichte

An deutschen Zentralstaaten gab es bislang zwei  - ein altes und ein neues Reich. Das alte Reich erwuchs 919 aus dem ostfränkischen Stammesimperium, durch allgemeine Anerkennung Sachsens als volksbildender Stamm. Königreiche erwachsen aus gegenseitiger Anerkennung, bzw. allgemeiner Anerkennung eines Stammes, und Beförderung dessen Stammesherzogs zum Volkskönig. Imperien beruhen dagegen auf Nichtanerkennung und Herschaft über Dorf-, Stammes- Volksfremde Gebiete im Knechtschaftsstatus. Aus diesen Grunde darf auch nicht von einen etwaigen Römischen Reich die Rede sein, sondern es ist nur von einen Römischen Imperium zu sprechen, und die Tradition der politologisch falschen Übersetzung zu unterbinden.

Hauptproblem des Alten Reiches war sein Nachfolgestatus als stellvertretender Gottstaat, dessen stellertretendes Gottesstaatsoberhaupt als Bischof von Rom residierte und den gleichen Herrschaftsanspruch wie der deutsche König und römischer Kaiser besaß. So ist die erste Phase  die des von Kaiser und Reich unterstellten Kirche durch das Reichskirchensystem. Die Kirche ist eine Bewußtseinspartei, von der es nach der Christianisierung auch nur die Katholische gab, und welche es wagte sich im Investiturstreit mit dem Papst als Auslandsmacht gegen die deutsche Zentralgewalt zu verbünden und mit dem Wormser Konkordat 1119 das deutsche Kaisertum zu schwächen. Seit dem stand der päpstliche Gottesstaat über dem Heiligen Römischen Reich, welches erst 1508/1520 durch automatische Kaiserkrönung sich von der päpstlichen Macht emanzipierte. Gleichzeitig emanzipierte sich auch die Religion, in dem Luther mit der Germanisierung der, im asiatischen Stil aufgebauten,  katholische Papstkirche Kirche begann. Neben Kaiser und Religion kämpften auch die deutschen Bauern im ersten sozialistischen Klassenkampf im Bauernkrieg für ihre Rechte des Faktors Arbeitskraft. Auch wenn diese 1520 unterlagen, so haben sie doch Rechte erkämpft, und ihre Macht als Knechte bewiesen. Natürlich waren die Bauern keine Knechte privater Grundeigentümer, doch führten überbordende Naturalsteuern der regional regierenden Lehnsherrn (Grafen als Staatsbeamte) zu Verschuldung und Leibveräußerung der Bauern. In dem die deutschen Territorialparteien sich nun auch als Religionsparteien verhielten, sich mit Auslandsmächten, wie Frankreich und Schweden verbündeten, versank das Reich im 30jährigen Krieg in Not und Elend. 1648 war die Zentralgewalt verschwunden und über 300 Territorialparteien von Frankreichs und Schwedens Gnaden regierten einen de facto Staatenbund. So dümpelt der kaiserliche Staatenbund bis 1806 dahin, wird von einen fremdkaiserlichen Staatenbund bis 1813 abgelöst, und lebt kaiserlos von 1815 bis 1866 als Verheißung eines künftigen deutschen Nationalstaates weiter.

Das 1871 im Spiegelsaal von Versailles ins Leben gerufene Deutsche Kaiserreich hätte eigentlich, als Volksstaat ein Königreich sein müssen, aber da die vielen deutschen Königreiche sich nicht zu Herzogtümern degradieren lassen wollten war ein Kaiserliches Staatsoberhaupt unerläßlich. Dieser zweite deutsche Zentralstaat existierte von 1871 bis 1918 als Dynastie, von 1919 bis 1945 als Republik und seit dem handlungsunfähig im Koma. Handlungsunfähig deshalb, weil nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht, das Staatsoberhaupt und die Regierung, welche das Reich auflösen hätten könnten, von Besatzern festgenommen und getötet worden.  Da aber auch besetzte Staaten mit exekutierter Exekutive Ruhe und Ordnung benötigen, gründeten die Militärregierenden Besatzer Großbritannien, USA, Frankreich und Sowjetunion regionale Verwaltungsstaaten auf Reichsboden, von denen die westlichen sich zum Bundesstaat BRD vereinigten, und darauf hin die Sowjetzone die DDR ins Leben rief. Die vier südlichen Besatzungszonen gründeten die BRÖ, welche dann ab 1955 durch Rückzug der Besatzer sich Souverän nennen konnte. Das ebenso gevierteilte Berlin verblieb als besetztes Gebiet, gleichwohl es die DDR zur Hauptstadt ernannte. Ab 54 und 55 wurde der DDR und BRD unter Vorbehalt durch den Alliierten Kontrollrat eine geringfügige Souveränität zugestanden. Die volle Selbstbestimmung gab sich nicht das deutsche Volk, sondern die BRD selbst durch die 2+4 Verträge und dem DDR Beitritt, welche die eigene EU Einbindung  kontinuierlich aushöhlt.

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